Echte BU-Leistungsfälle von Ingenieuren

“Ich kann als Ingenieur doch gar nicht berufsunfähig werden. Da müssten mir schon beide Hände abfallen.”
So oder so ähnlich habe ich schon den einen oder anderen Ingenieur in Bezug auf das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abwinken sehen. Wer die Funktionsweise einer BU grundlegend verstanden hat, sieht das regelmäßig schon nicht mehr so entspannt. Nachzulesen hier unter dem Punkt “Was bedeutet Berufsunfähigkeit und wann ist ein Ingenieur berufsunfähig?”

Ich bin also berufsunfähig, wenn ich meinem zuletzt ausgeübten Beruf nur noch zu weniger als 50% ausüben kann – für voraussichtlich oder bereits tatsächlich mindestens 6 Monate. Das sagt die Theorie. Trotzdem bleibt es häufig abstrakt, wann diese vielbeschriebene 50%-Grenze erreicht ist und was konkrete Beispiele dafür sind. Hierbei soll dieser Blogbeitrag Abhilfe schaffen. Im Folgenden findest du viele Beispiele von echten Leistungsfällen von Ingenieuren und anderen MINTlern.

Die Leistungsabteilung der LV1871 war so freundlich, eine Bestandsauswertung ihrer Leistungsfälle bei Ingenieuren zu teilen: 

BU-Ursachen in Ingenieurberufen

 

Leukämie

Abschluss der BU: Januar 2018 bei der LV1871
Versicherte Person: 34 Jahre, Versorgungstechnikingenieur
Absicherung: 2.100,00 Euro mtl. bis zum 67. Lebensjahr

April 2021 – Leistungsmeldung:
Da seit etwa drei Wochen Schwindelanfälle mit Kopfschmerzen, nächtliche Schweißausbrüche, Müdigkeit, trockener Husten bestanden, wurde die versicherte Person im März 2021 stationär im Krankenhaus aufgenommen. Es wurde eine Leukämie diagnostiziert. Derzeit erhält die versicherte Person eine Chemotherapie. Die berufliche Tätigkeit als Versorgungstechnikingenieur kann seit März 2021 auf unbestimmte Dauer nicht ausgeübt werden.

Juli 2021 – Anerkennung der Leistung
Leistung zeitlich unbegrenzt ab 01.04.2021. Aufgrund der guten Prognose ist im April 2022 eine medizinische Überprüfung des Leistungsanspruchs geplant. (Nachprüfung)

 

Psychische Beschwerden

Abschluss der BU: Januar 2006 bei der LV1871
Versicherte Person: 33 Jahre, Dipl.-Ing. für Elektrotechnik
Absicherung: 1.800,00 Euro bis zum 67. Lebensjahr

Mai 2021 – Leistungsmeldung:
Seit dem Jahr 2014 bestehen psychische Beschwerden. Es bestehen starke Einschränkungen des Antriebs, Konzentrationsvermögens und Gedächtnisses. Die Berufstätigkeit als Elektroniker für Anlagentechnik kann dahe seit Oktober 2019 nicht mehr ausgeübt werden.

Juli 2021 – Anerkennung der Leistung
Anerkennung der Leistungspflicht zeitlich unbegrenzt ab November 2019.
Im Juli 2022 soll geprüft werden, ob die laufende Psychotherapie zu einer Besserung der Beschwerden geführt hat.

 

Schlaganfall

Abschluss der BU: April 1998 bei der LV 1871.
Versicherte Person: 30 Jahre, Diplomingenieur
Absicherung: 2530,00 Euro bis zum 65. Lebensjahr

April 2021 – Leistungsmeldung:
Im Januar 2020 hat die versicherte Person einen Schlaganfall erlitten. Es bestehen Sprachstörungen und halbseitige Lähmungserscheinungen. Daher kann die Berufstätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter nicht mehr ausgeübt werden.

Mai 2021 – Anerkennung der Leistung
Anerkennung der Leistungspflicht zeitlich unbegrenzt. Es handelt sich um eine Classic-BUZ mit dreimonatiger Anzeigepflicht. [Anmerkung: aufgrund solcher früherer Regelungen ist eine Überprüfung einer bestehenden BU regelmäßig wichtig!] Wegen der verspäteten Leistungsmeldung ist Leistungsbeginn erst April 2021, da dies der Beginn des Monats der Leistungsmeldung war. Eine Nachprüfung ist nicht vorgesehen, da keine Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist.